Alles über den Kunzenhof

Der Kunzenhof ist ein 400 Jahre alter Schwarzwaldhof. Er ist von etwa 2 ha Grünland umgeben. Es gibt einen bäuerlichen Haus- und Kräutergarten, ein  kleines Feld und einen Ententeich, der von der hauseigenen Quelle gespeist wird.

Das Gelände wird mit Hilfe der Tiere (Eseln, Ziegen, Schafe, Enten, Hühner) gepflegt. Seit 1986 wird der Hof von Gabriele Plappert ökologisch bewirtschaftet.

Aus der Bitte von Eltern, die nach sinnvollen Freizeitinhalten für ihre Kinder gesucht hatten, entwickelte sich seit dem Jahr 1999 ein vielseitiger Lernbauernhof für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Die pädagogische Arbeit wird maßgeblich verantwortet von der Hofbesitzerin, Landwirtin und Waldorflehrerin Gabriele Plappert. Kinder erleben hier Landwirtschaft und Natur an einem authentischen Ort und werden dabei selber tätig.

Kirschblüte

Außer dem Versorgen und der Pflege der Nutztiere, steht jede Veranstaltung des Lernbauernhofes unter einem bestimmten Thema. Im Hintergrund steht dabei die Frage: Wo kommt mein Essen und Trinken her, woher meine Kleidung und woher die Energie, die ich nutze – drei grundlegende Dinge, die jeder Mensch zum Leben braucht.

Globaler Hintergrund

In unserer westlichen Gesellschaft haben wir uns sehr weit von diesen Grundlagen entfernt. Wir haben den Kontakt zu Herstellung und Produktionsbedingungen aus den Augen verloren.

Wir haben die Tiere, die unsere Nahrungsmittel produzieren unter würdelosen Lebensbedingungen in abgeriegelte Ställe verbannt.

Wir haben die Produktion von Lebensmitteln, Textilien und Energieträgern wie etwa Palmöl und  Zuckerrohr zum größten Teil in weit entfernte Länder ausgelagert, immer unter nicht weniger lebensfeindlichen Bedingungen für Menschen und Natur.

Die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist die Übernutzung der Erde insbesondere von den Menschen der westlichen, industrialisierten Länder.

Das ist seit den Konferenzen von Rio (1992), Johannesburg (2002), sowie den Millenniums-Entwicklungszielen (2000) keine „ Wissensfrage“ mehr, sondern eine Herausforderung an die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft. Die drängende Aufgabe der Gegenwart besteht darin, das Leben, Konsumieren und Handeln in einen zukunftsfähigen, nachhaltigen Lebensstil zu verwandeln.

Die Vereinten Nationen sehen die größte Bedeutung zum Erreichen der geforderten  Ziele im Bereich der Bildung. Daher hat die UN die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgerufen. In den Bildungsplänen aller Schularten ist BNE verankert.

Die vielseitige, biologisch wirtschaftende, kleinbäuerliche Landwirtschaft ist ein idealer Lernort für alle Bereiche der nachhaltigen Bildung. Der Lernort Kunzenhof ist seit dem Jahr 2008 offizielles Projekt der Weltdekade BNE. Die Gruppen sind mit maximal 10 Personen klein, der Betreuungsschlüssel ist mit 1 zu 5 sehr hoch. Somit kann jedes Kind seinen Fähigkeiten entsprechend wirklich tätig werden.

Der Kunzenhof hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch weiterentwickelt. Von einer Einrichtung, in der die Besitzerfamilie unterstützt von einigen Ehrenamtlichen, pädagogische Arbeit geleistet hat, ist er mittlerweile aufgrund der großen Nachfrage zu einem Anbieter von vielfältigen pädagogischen Leistungen geworden, der mehrere Arbeitstellen geschaffen hat. Daneben sind weiterhin viele ehrenamtliche Kräfte pädagogisch und organisatorisch aktiv.

Zahlen und Fakten

1999 Erste Kinder-Kurse
2005 Anerkennung Umweltpreis Stadt Freiburg
2006 -2007 Bau des „Kinder-Tier-Werk-Hauses“
2007 Anerkennung Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Freiburg
2008 UNESCO-Projekt Bildung für nachhaltige Entwicklung
Schuljahr 2008-09 155 Veranstaltungen mit fast 1.500 Teilnehmern
2009 Auszeichnung „Sei ein Futurist“
2009 10 Jahre Lernort Kunzenhof
2009 Erster fest angestellter Mitarbeiter: Andreas Müller-Pohl (neben den bewährten FÖJ-lern)
2010 Offizielles Projekt der UNESCO – Weltdekade 2010/11
2012 Wiederholte Auszeichnung als offizielles Projekt der UNESCO-Weltdekade 2012/2013
2012-14 Der Kunzenhof im Wandel: Vom Familienbetrieb zur Lebensgemeinschaft Kunzenhof“
2014 Wiederholte Auszeichnung als offizielles Projekt der UNESCO-Weltdekade 2014/2015

 

Der Kunzenhof und seine Auszeichnungen

2005 Anerkennung im Rahmen des Umweltpreises der Stadt Freiburg

2007 Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement bei der Förderung der Jugend Stadt Freiburg

2008 Offizielles Projekt der UNESCO-Weltdekade 2008/09

2010 Offizielles Projekt der UNESCO – Weltdekade 2010/11

2012 Offizielles Projekt der UNESCO – Weltdekade 2012/13

2014 wiederholte Auszeichnung als offizielles Projekt der UNESCO

Zum vierten Mal in Folge zeichnet die Deutsche UNESCO-Kommission den „Lernort Kunzenhof“ in Freiburg-Littenweiler für sein vorbildliches Bildungskonzept einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) aus. Damit gehört der Lernort Kunzenhof zu den Projekten, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen im besten Sinne umzusetzen wissen.

Der Kunzenhof vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Ziel ist, das Bewusstsein jedes einzelnen über die Konsequenzen seines eigenen Handelns im Hinblick auf andere Völker und auf die Zukunft zu fördern.

Hinschauen, anfassen, mitmachen und mitreden stehen bei den Projekten am Kunzenhof auf der Tagesordnung. Die zentralen Fragen, um die sich dabei alles dreht, sind gerade in unserer modernen, konsumorientierten Gesellschaft von großer Bedeutung:

Durch aktive und praktische Beschäftigung mit diesen Themen wird in den Projekten eine Verbundenheit mit der Herkunft unserer Nahrung, Kleidung und Energie gewonnen, die den Teilnehmer/-innen eine neue Perspektive auf den Wert jener Dinge eröffnet.

Die UNESCO-Auszeichnung ist von rein ideellem Wert.

 

Das große Wanderwochenende der „Mädchen am Kunzenhof“ mit Ziegen, Eseln und einer Übernachtung im Wald

Am Morgen des 22. Julis 2011 machten sich die „Mädchen am Kunzenhof“ zum Abschluss des Schuljahres auf den Weg, um vom Kunzenhof über den Kybfelsen auf den einige Kilometer südlich gelegenen Sohlacker zu wandern.
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Dabei wurden sie nicht nur von zwei Kunzenhofer Ziegen, sondern auch von den Eseldamen Rosalie und Leila begleitet, die beim Tragen des Gepäcks große Hilfe leisteten.
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Dieses abenteuerliche Erlebnis wurde schließlich durch eine Übernachtung in Hängematten und auf Isomatten im Unterstand des Sohlackers gekrönt.

Dieses Wochenende stellte ein außergewöhnlich intensives Naturerlebnis für die 12- bis 14-jährigen Mädchen dar, bei dem sie sich nicht nur im Ziegen- und Eselführen sowie im Holzsammeln und Feuermachen üben konnten.
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Verwöhnt von einem warmen, mit Elektrizität und Wasser versorgten Zuhause, erlebten die Mädchen an diesem Wochenende, wie ein Leben ohne all das aussieht und wie gut es dennoch funktionieren kann.

So konnte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie gut uns die Natur versorgt, wenn wir sie im Gegenzug pflegen, schützen und unsere Ansprüche auf das reduzieren, was wir eigentlich brauchen.

Die Mädchen stellten unter Beweis, dass uns schon eine Kilometer weit entfernte Quelle und ein Waldhang voller Äste mit so viel Wasser und Wärme versorgen können, wie eine fröhliche Gruppe von sieben Mädchen und zwei Frauen für ein verregnetes Sommerwochenende brauchen.
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Doch auch mit Nahrung versorgt uns unsere nächste Natur in Hülle und Fülle.

Die Mädchen sammelten auf der Wiese des Sohlackers Teekräuter und fanden dabei zudem einen riesigen Parasolpilz, der das Grillbuffet um eine weitere Leckerei bereicherte.

Die Ziegenmilch für das Müsli-Frühstück molken die Kunzenhof-erprobten Mädchen schließlich auch selbst.

Neben dem Spaß, mit dem dieses erlebnisreiche Wochenende verbunden war, erfuhren die Mädchen Selbstständigkeit, Naturnähe und Gruppenzusammenhalt in einem Maß, wie es im gewöhnlichen Schulalltag nur schwer vermittelt werden kann. Gleichzeitig bilden diese Werte eine wichtige Grundlage für die charakterliche Entwicklung junger Menschen.
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Einige Mädchen verfassten einen Aufsatz bzw. ein Gedicht, um darin ihre Eindrücke zu dieser Wanderung zu beschreiben. MAK-Aufsätze (öffnet pdf)

 

Lernort Kunzenhof e.V.

(ehemals “Jugendprojekt am Kunzenhof e.V.”)

Der gemeinnützige Verein mit Namen Lernort Kunzenhof e.V. ist der rechtliche Träger des Lernortes Kunzenhof. Er wurde 2003 gegründet.

Vereinszweck:

Die Organisation und die Durchführung von umwelt- und erlebnispädagogischen Kinder- und Jugendprojekten sowie Veranstaltungen für Erwachsene am Kunzenhof, auch in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Institutionen wie etwa Kindergärten und Schulen, durch welche Kinder, Jugendliche und Erwachsene

  • das bäuerliche Leben und Arbeiten handelnd erfahren,
  • natürliche Zusammenhänge erfassen, erhalten und schützen,
  • handwerkliches Geschick erwerben,
  • und den respektvollen Umgang mit Pflanzen und Tieren am Hof erlernen können.

Hierbei soll einerseits ihr Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt gestärkt und andererseits die Entwicklung ihrer Persönlichkeit gefördert werden.

Vereinsstruktur:

Der Verein hat zurzeit etwa 150 Mitglieder, davon über 50 Fördermitglieder, die dankenswerter Weise die Arbeit am Lernort Kunzenhof mit 10 €/Monat oder mehr unterstützen.

Mitglied werden ist ganz einfach: Mitgliedsantrag

Vorstand:

Babett Heinze

Gabriele Plappert

Hier finden Sie unsere Vereinssatzung.

Wir freuen uns über neue Mitglieder!

Flyer und Downloads

Der aktuelle Kunzenhof-Flyer (öffnet eine pdf-Datei)
Ein Artikel zum Thema Bauernhof als pädagogischer Lernort (öffnet eine pdf-Datei)

Ein Artikel zum Thema wert(e)voller Kunzenhof (öffnet eine pdf-Datei)

 

Hier finden Sie frühere Ausgaben des hofeigenen Magazins, KUNZENHOF AKTUELL.

Weihnachten 2012

Frühling 2012

Herbst_Advent 2011

Hochsommer 2011

Johanni 2011

Ostern 2011

Lichtmess 2011

Advent 2010

Herbst 2010

 

Hier finden Sie die gesammelten Rundbriefe vom Kunzenhof, die alle Mitglieder von 2004 bis 2010 als E-Mail oder per Post bekamen. Die Links öffnen PDF-Dateien.

Mitgliederrundbrief August 2010

Mitgliederrundbrief Dez 2009

Mitgliederrundbrief Juli 2009

Mitgliederrundbrief Dez 2008

Mitgliederrundbrief Juni 2008

Mitgliederrundbrief Dez 2007

Mitgliederrundbrief Juni 2007

Mitgliederrundbrief Dez 2006

Mitgliederrundbrief Juni 2006

Mitgliederrundbrief Dez 2005

Mitgliederrundbrief Dez 2004

Mitgliederrundbrief Juni 2004